Körperverletzungsdelikte

Man unterscheidet dabei grundsätzlich zwischen verschiedenen Formen der Körperverletzung. Zum einen gibt es die fahrlässige und die vorsätzliche Körperverletzung. Zum anderen gibt es mehrere Qualifikationstatbestände, so etwa die gefährliche (§ 224 StGB) und die schwere Körperverletzung (§ 226 StGB) sowie die Körperverletzung mit Todesfolge (§ 227 StGB).

1. Absicht, der sog. dolus directus 1. Grades
Absicht ist die stärkste Vorsatzform, die dann gegeben ist, wenn es dem Täter gerade darauf ankommt, den Tatbestand zu verwirklichen.

2. direkter Vorsatz, der sog. dolus directus 2. Grades
Direkter Vorsatz liegt hingegen dann vor, wenn der Täter weiß oder als sicher voraussieht, dass sein Handeln zur Verwirklichung des Tatbestandes führt.

3. Eventualvorsatz der sog. dolus eventualis
Mit Eventualvorsatz und mithin der schwächsten Vorsatzform handelt derjenige Täter, der die Verwirklichung des Tatbestandes durch sein Verhalten ernsthaft für möglich hält und sich mit damit abfindet.

Grundsätzlich reicht es aus, wenn der Täter mit Eventualvorsatz handelt, es sei denn das Gesetz fordert eine stärkere Vorsatzform.

4. Gefährliche Körperverletzung
Die gefährliche Körperverletzung ist ein Qualifikationstatbestand und liegt bei einer gesteigerten Gefahr für die körperliche Unversehrtheit des Opfers vor, wenn der Täter bspw. unter Verwendung einer Waffe, eines gefährlichen Werkzeuges oder mit anderen Beteiligten die Körperverletzung herbeiführt. Diese Tatsache wirkt sich auch strafschärfend aus, da in solchen Fällen die Verhängung einer Geldstrafe nicht mehr in Betracht kommt, und somit eine Freiheitsstrafe zwischen sechs Monaten und zehn Jahren drohen kann.

5. Schwere Körperverletzung
Eine schwere Körperverletzung in diesem Sinne liegt immer dann vor, wenn durch die Tat eine schwere Folge für den Verletzten bspw.  in Form des ganz oder teilweisen Verlustes des Seh-, Hör oder Sprechvermögens sowie der dauerhaften Unbrauchbarkeit eines wichtigen Glieds des Körpers verursacht wurde.

6. Körperverletzung mit Todesfolge
Stirbt ein Tatopfer an den Folgen der Verletzungen, handelt es sich um eine Körperverletzung mit Todesfolge. Die Mindeststrafe beträgt in diesem Fall drei Jahre Freiheitsstrafe. Auch eine Strafaussetzung zur Bewährung ist ausgeschlossen, da dies nur maximal bis zu einer zweijährigen Freiheitsstrafe möglich ist.

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