Bau- und Architektenrecht

Ein störungsfreier und reibungsloser Ablauf von Bauvorhaben ist zwar grundsätzlich erstrebenswert, jedoch zeichnet sich in der Praxis oftmals ein völlig anderes Bild ab.

Angefangen von der Planung des Bauvorhabens, über das öffentlich-rechtliche Genehmigungsverfahren bis hin zur Ausführung, Abnahme und der sich hieran anfügenden Gewährleistungsphase, ist der gesamte Bauablauf zahlreichen Risiken ausgesetzt.

Insbesondere Sie als am Bau Beteiligte(r) sehen sich dabei einer immer komplexer werdenden Materie, bestehend aus öffentlich-rechtlichen Vorschriften, komplizierten Vertragswerken sowie einer schier überblickslosen Anzahl fachlicher Normen und Regelwerken ausgesetzt, die es dennoch gilt einzuhalten.

Sei es bspw. als Bauherr und Initiator des Vorhabens, welcher hiermit eine Gefahrenquelle eröffnet und dafür verantwortlich ist, dass Dritte hierdurch keine Schäden erleiden.

Als Architekt, welcher nicht nur die Entstehung des Bauwerkes mangelfrei zu bewirken hat, sondern auch noch gesamtschuldnerisch mit den bauausführenden Unternehmen verbunden ist.

Als Bauunternehmer einerseits, der das Werk nach den vertraglichen Vereinbarungen und den anerkannten Regeln der Technik herzustellen hat, dieses aber zusätzlich ebenso funktionstauglich zu sein hat.

Oder als Vor- und Nachunternehmer andererseits, welche oftmals als sog. Subunternehmer nicht dem Bauherrn selbst, sondern vielmehr dem Generalunternehmer vertraglich verpflichtet sind, und damit z.B. auch dessen Insolvenzrisiko tragen.

Sie alle sind im Rahmen einer gemeinsamen, arbeitsteiligen Herstellung von Bauwerken und Außenanlagen durch das koordinierte Ineinandergreifen der verschiedenen Baugewerke miteinander verbunden. Ein konstruktives Miteinander, sowie die Erfüllung der vertraglichen Vereinbarungen und Einhaltung gesetzlicher Vorschriften sind dabei unumgänglich.

Grundlage für das Zusammenwirken ist dabei grundsätzlich der Bauvertrag, bei dem es sich gemäß § 650a Abs. 1 BGB um einen Vertrag über die Herstellung, die Wiederherstellung, die Beseitigung oder den Umbau eines Bauwerks, einer Außenanlage oder eines Teils davon handelt.

In einem Bauvertrag erfahren die Rechtsbeziehungen zwischen einem Bauherrn und seinem Bauunternehmer, Architekten und Sonderfachleuten wie Statiker und Fachingenieure sowie weiteren am Bau Beteiligter eine umfassende Regelung. Ziel ist es, einen wechselseitigen Ausgleich der verschiedenen Vertragsinteressen herbeizuführen um gemeinsam die Herstellung eines körperlichen Arbeitserfolges in Form eines Bauwerkes zu erreichen.

Ein weiteres Fundament dieser Zusammenarbeit ist das sog. Kooperationsgebot am Bau, auf dessen Mauern der gesamte Bauablauf steht. Es soll gewähren, dass die Parteien bei entstehenden Meinungsverschiedenheiten die Konflikte und Streitigkeiten nach Möglich­keit einvernehmlich beilegen sollen. Auch die Parteien eines Architekten- und Ingenieurvertrags sind während der Vertragsdurchführung zur Kooperation verpflichtet.

Aus der wechselseitigen Kooperationspflicht beim Bauvertrag begründen sich für beide Seiten gegenseitige Informations-, Mitwirkungs- und Verhandlungspflichten.

Kontaktieren Sie mich